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ein Lied von einem Biker
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kommmschmit
Badisches Urvieh


Anmeldedatum: 07.08.2005
Beiträge: 11084
Wohnort: Eberbach / Baden

BeitragVerfasst am: 28.02.2007 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Eindeutig:
Besser unter Annabell anstatt DB Headbanger obwohl ich Annabell eigentlich gar nicht kenne und die nun auch schon in die Jahre gekommen sein muss. Yellow Rolleyes
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Ich ärgere mich nicht
und wenn ich verrecke vor Zorn (mein Lebensmotto)
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pointer
säxmäschien


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Nu ja, wenn ich mir die letzte Zeile des Meyschen Gassenhauers von anno '72 ins Gedächtnis rufe *kopfkratz*
Inzwischen ist das dann wohl auch 'n bisschen gewachsen, der "große schwarze Biker" in Wickies erstem Text gibt da schon Anlass zu erstaunlichen Vorstellungen. So'n Vollbart kann ja durchaus neckische Aspekte haben, aber jetzt auch gerade wieder nicht an einer Annabelle ...

(warum nur muß ich gerade an den Ludwig-Hirsch-Titel "Komm, großer schwarzer Vogel" denken)

P.
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Ottos Mops hopst ... (Ernst Jandl)

Wir sprechen verschiedene Sprachen, meinen aber etwas völlig anderes
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Wickie
Bürscherl


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 01:54    Titel: Antworten mit Zitat

oh... das hätt ich ja nicht gedacht das sich so viele von euch mit ihm beschäftigen...

Aber ich muss auch sagen er hatte (finde ich eine kleine Flaute) so ein Paar Jährche... wo sich alles zimlich gleich angehört hat. Nicht schlecht aber ähnlich.

Aber die Letzen Alben die er rausgebracht hat sind wieder richtig hörenswert.
Find ich zumindest.

Ich sein hier ja ein richtiges "Schneebrett" losgetreten zu haben, das gefällt mir... kann mich ja sonst mit keinem über seine Musik unterhalten.

Der Knuddel
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Der Wickie

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt."
(Mahatma Gandhi)
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WD40
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 07:33    Titel: Antworten mit Zitat

also ich kann mich ja nur wundern......
sollte es tatsächlich möglich sein, sich hier über einen Musiker zu unterhalten und man wird daraufhin nicht gleich in der Luft zerrissen, niedergemacht, verdammt, abgestempelt......
Reinhard Mey ist für mich einer der ganz grossen. Er hat sicher, wie viele die über Jahrzehnte im "Geschäft" sind, seine Hänger gehabt, aber er ist seiner Linie immer treu geblieben.
Mercedes habe ich den ersten mit 19 J gefahren, und den letzten vor einem Jahr verkauft, bin ich darum ein Spiesser? Ist einfach ein geiles Auto...... Muss ich VW Bus fahren um Akzeptiert zu werden? Oder Ente ( Yellow Very Happy gell Yellow Very Happy )?
Meine Lieblingslieder von Mey:

Alle Soldaten woll´n nach Haus
Ich wollte wie Orpheus singen
Die heiße Schlacht am kalten Buffet
Es gibt keine Maikäfer mehr
Keine ruhige Minute
Du bist die stille

na ja.... und noch ein paar.....
Micha
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fleisspelz
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

WD40 hat Folgendes geschrieben:
... Muss ich VW Bus fahren um Akzeptiert zu werden? Oder Ente...

...sobald Du anfängst zu singen: na klar... Yellow Exclaim Mr. Green


...im 2CV Forum, fällt mir grade ein, hat mal eine Lehrerin (!) die Behauptung aufgestellt, dass Spiesser keine 2CV fahren und daher 2CV Fahrer niemals Spiesser sind... Can Can
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kommmschmit
Badisches Urvieh


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Wohnort: Eberbach / Baden

BeitragVerfasst am: 01.03.2007 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

Micha, du musst eben schauen in welchem Forum du bist.
Ich hatte noch nie einen Cermedes. Werde ich dann bestimmt kein Spiesser? Yellow Rolleyes

Ach nee, halt. Ich habe mal in grauer Vorzeit (Ende 70er, Anfang 80er) beruflich nen MB-Truck täglich unter dem Hintern. Einsitzer, Geländeausführung.


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fleisspelz
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

kommmschmit hat Folgendes geschrieben:
...nen MB-Truck täglich unter dem Hintern....

Spiesser! Mr. Green

*ja lebt denn der alte Holzkommi noch, Holzkommi noch, Holzkommi noch?....* Yellow Twisted
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kommmschmit
Badisches Urvieh


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

Jaa, er lebt noch.......
und die Spiesser wurden bei uns im Wald geschossen, nicht überfahren. Blblbl
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pointer
säxmäschien


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

Arg!

Immer dasselbe, erst den Thread nicht genau lesen aber sich dann am Schlussfolgern und Interpretieren nicht hindern lassen. Ist ja als ob man's mit schlipstragenden Vorgesetzten zu tun hat [1] le mur

Also hier noch mal der kleine aber feine Hinweis:

Die Verwendung des Adjektivs "spießbürgerlich" durch pointer im Zusammenhang mit "Zermedes" bezieht sich in diesem Thread explizit auf die Interpretation des 72er Textes von Herrn Mey (nachzulesen auf Seite 1 des Threads), kombiniert mit der Information über den Besitz eines solchen Fahrzeugs durch Herrn Mey im relevanten Zeitraum, wie von fleisspelz konstatiert (nachzulesen ebenfalls auf Seite 1 des Threads).

oder auch kurz:
Ich hab' nicht behauptet, dass ein Zermedes nun spießbürgerlich ist oder nicht. Womit der diesbezüglichen Diskussion von meiner Seite der Boden entzogen wäre. Was natürlich keinen daran hindern soll, ruhig weiterzumachen Mr. Green

P.


[1] Vermutlich muss man sich das z.B. im Vatikan dann so vorstellen: Papst: "Ich hab' keine Zeit mir den ganzen Krempel durchzulesen, legen sie mir eine maximal 1-seitige Zusammenfassung vor" ... Lakai: "Aber Chef, wie soll ich denn die Bibel auf 1 Seite zusammenfassen?" ... Papst: "Für was habe ich sie eigentlich eingestellt, sie unfähige Wurst, wenn ich eh' alles selbst machen muss!?! Grummel, Mecker, Blah.." ). Wer im Angestelltenverhältnis arbeitet kennt das Spiel .... Yellow Rolleyes
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kommmschmit
Badisches Urvieh


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Beiträge: 11084
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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

pointer hat Folgendes geschrieben:
Arg!

oder auch kurz:
Ich hab' nicht behauptet, dass ein Zermedes nun spießbürgerlich ist oder nicht. Womit der diesbezüglichen Diskussion von meiner Seite der Boden entzogen wäre. Was natürlich keinen daran hindern soll, ruhig weiterzumachen Mr. Green

P.

:

Na HP,
hast du Angst vor Helmut? Yellow Wink
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fleisspelz
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Kumpel sagt aber das Mercedes Spiesserautos sind Sponti Blblbl


Definition laut Wikipedia:
Der Spiessbürger

Der Begriff geht zurück auf die im Mittelalter mit einem Spieß bewaffneten städtischen Fußtruppen, die sich aus einfachen Stadtbürgern zusammensetzten. Der Spieß als Waffe war relativ billig herzustellen, zugleich effektiv gegen die adligen Ritterheere des Hoch- und Spätmittelalters und verhalf Bürgern und Bauern in den Bauern- und Hussitenkriegen zum Teil zu hohen Schlachtensiegen gegen die adlige Kavallerie. Ab dem 17. Jahrhundert waren die Bürger mit ihren rückständigen Spießen den Landsknechten und später den ersten stehenden Heeren unterlegen, die mit Schusswaffen bewaffnet waren.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kommt die Kurzform Spießer (und das Adjektiv spießig) auf, die anfangs als Kampfbegriff adliger Kreise gegenüber dem Bürgertum, später meist fortschrittsorientierter und politisch linker Gruppierungen gegen die gesellschaftlichen Führungseliten (das sog. "Establishment") verwendet wird. Neuerdings findet der Begriff vereinzelt auch Anwendung auf eben diese Gruppierungen, da Kritiker deren Position im Zuge des Marsch durch die Institutionen als neuen Mainstream sehen. Die taz, die in einer Artikelreihe die Neue Bürgerlichkeit erörterte, nutzte den Begriff Spießer in einer darauf bezugnehmenden Abo-Kampagne ("Werden Sie Neo-Spießer").

Neuerdings wird der Begriff jedoch auch wieder positiv verwendet. Er steht in diesem Zusammenhang für ein Streben nach materieller Sicherheit und leben nach bildungsbürgerlichen Werten...

P.S.:
Man konnte sich im Mittelalter auch vom Dienst am Spiess freikaufen. Sogesehen ist dann jeder ein Spiesser, der beim Bund war....Mr. Green
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pointer
säxmäschien


Anmeldedatum: 07.08.2005
Beiträge: 9001
Wohnort: Ostfildern, Spätzlesland

BeitragVerfasst am: 01.03.2007 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

kommmschmit hat Folgendes geschrieben:

Na HP,
hast du Angst vor Helmut? Yellow Wink


Nee, es ist alles viiiieeel schlimmer Yellow Rolleyes
weil: ich habe selber 5 Jahre einen W123 gehabt - goile Karre, wo der in Marokko nicht durchkam, kam auch ein Allrad nicht wesentlich weiter. Hab' ich jetzt ein Problem mit Justusens Kumpel oder den Watschenpeppis, bei denen ich nicht war?

fragt sich besorgt euer P.

PS: "der Mörder war immer der Gärtner" - noch 'n Titel, der bei der Aufzählung der Meyschen Titel aus Zeiten der Berliner Szene (neben Mey Roski, Insterburg&Co., Wader etc.) bislang fehlte. Ach ja, als Schangsongie Frederic fand ich den Mey eigentlich auch ganz prima, liegt vermutlich an der Frankophilie, die ich mit ihm teile. Na ja, an Jacques Brel kam er zwar nicht ran, aber der ist ja auch noch mal 'n bisserl was anderes (z.B. Belgier ...) Well done!
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Ottos Mops hopst ... (Ernst Jandl)

Wir sprechen verschiedene Sprachen, meinen aber etwas völlig anderes
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WD40
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

pointer hat Folgendes geschrieben:

Ich hab' nicht behauptet, dass ein Zermedes nun spießbürgerlich ist oder nicht. Womit der diesbezüglichen Diskussion von meiner Seite der Boden entzogen wäre. Was natürlich keinen daran hindern soll, ruhig weiterzumachen Mr. Green

P.


Papa?...... wenn ich gross bin, will ich auch mal Spiesser werden......
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fleisspelz
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Wie gross willst Du denn noch werden Micha? :shock:
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WD40
Gast





BeitragVerfasst am: 01.03.2007 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

fleisspelz hat Folgendes geschrieben:
Wie gross willst Du denn noch werden Micha? :shock:


oh.... mein lieber Fleissiger..... gross genug kann man nie werden..... mit der Länge wird das schwierig Yellow Very Happy
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th.sauer
Forum-König


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

@HP stimmt: Der Mörder ist immer der Gärtner Platz 4 bei mir.

@Wickie: Ein junger Arbeitskollege von mir macht solche Musik wie du sie gern zu hören scheinst. Nennt sich Industrial oder so. Da werden alte Staubsauger verwendet, je älter desto besser weil lauter und den SR Sound möchte er auch mal aufzeichnen. Yellow Very Happy (Wenigstens etwas gescheites)

Gruß

Thomas
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Wickie
Bürscherl


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BeitragVerfasst am: 01.03.2007 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

ne du Idustrial hör ich selbst nicht!
Für alle die nix damit anzufangen wissen: Das ist so ungefär die Musik wie auf der Love Parade nur nicht mit fröhlichen tönen sondern alles ertwas düster gehalten.

Ich hör schon Metal... aber halt das ganz ganz böse zeug...
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Der Wickie

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B.
1,5 B.


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BeitragVerfasst am: 05.03.2007 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Spießer in meinen Augen: jemand, der nur seiner eigenen Weltanschauung gegenüber offen ist (u.U. also auch Entenfahrer. Oder vegane Wendlandprotestanten...)

Wickie hat Folgendes geschrieben:
Ich hör schon Metal... aber halt das ganz ganz böse zeug...

Du meinst: sowas wie die DEZPERADOZ? Ja, doch: die sind schön bös' schlecht... Yellow Twisted
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aenz
Begossener Wieselaffe


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BeitragVerfasst am: 05.03.2007 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Moin!
Ich glaub, ich muss mal wieder den "Tankerkönig" hören....

"Es war an einem Morgen im Frühjahr, als ich meinen ersten Anfall bekam. Ich hatte so ‘n bisschen über mich und das Leben nachgedacht als mir plötzlich speiübel davon wurde. Und irgendwas drückte mir den Hals so zu, dass ich dachte ich müsste ersticken.

Ich stürzte auf die Straße, schnappte wie ein Irrer nach Luft aber es kam noch viel schlimmer. Mir wurde schwindelig, ich drehte mich zehn Mal um mich selbst und dachte alle Leute zeigten mit den Fingern auf mich bis ich dann merkte, dass ich gar nichts an hatte.

Ich rannte und rannte, fand dann irgendein offenes Parterre-Fenster, kletterte rein und verkroch mich, zitternd vor Angst und Kälte in irgendeine Ecke.

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich merkte, dass ich mich in einem Trödelladen befand. Der ganze Raum hing voll mit alten Klamotten und ich zog mir sofort eine Pluderhose, Stulpenstiefel und ein Kettenhemd an, hängte mir noch ne alte Armbrust über die Schulter und fühlte mich augenblicklich wieder gelassen und unangreifbar.

Ich marschierte über die Straße und stand dann plötzlich vor dem Personaleingang des Kaufhauses, wo ich bis dahin die Papierverbrennungsanlage bedient hatte. Als ich das sah, wurde mir schlecht vor Wut. Ich rannte den Pförtner über den Haufen, riss sämtliche Telefonkabel ab, brach die Stempeluhr aus der Wand und tobte weiter in die Verkaufsräume.

Als ich in die Spielwarenabteilung kam, stand der erste Verkäufer wieder mal von einem Stützpfeiler halb verborgen auf ner Leiter, um die Kinder beim Klauen besser erwischen zu können. Die liefert er dann immer der Geschäftsleitung aus und kassierte dicke Prämien pro Nase. Sein dreckiges Grinsen als er mich sah, brachte mich so auf, dass ich, ohne zu zielen meine Armbrust auf ihn abdrückte und der Bolzen fuhr ihm dicht am Hals vorbei durch den Anzugkragen und nagelte ihn am Pfeiler fest. Ich trat die Leiter unter ihm weg und ließ ihn da hängen wie n Schluck Wasser. Und während er zappelte und schrie, schmiss ich eine Stellage nach der anderen um und verteilte das Spielzeug unter die Kinder.

Und mitten im größten Tumult tauchte der Chef des Hauses auf und zischte mich an: “Was machen Sie denn da? Sofort kommen Sie mit in mein Büro, Sie Idiot!” Ich spannte nur meine Armbrust und sagte: “Leck mich doch am Arsch, du Motherfucker! Hände hoch und vorwärts!” Da sah er den Verkäufer am Pfeiler baumeln und wurde leichenblass. Ich schubste ihn in den Lastenfahrstuhl ohne dass die Kunden deswegen stutzig wurden, die das ganze für ne Werbeaktion hielten, fuhr mit ihm in den Keller runter in die Papierverbrennung und gab ihm einen Tritt und er flog durch das riesige Ofenloch mitten ins Feuer. Und als draußen die Polizeisirenen heulten war schon nichts mehr von ihm übrig.

Ich rannte nach draußen, warf die Armbrust weg, schwang mich auf ein herrenloses Damenfahrrad und jagte quer durch die City zum Ortsausgang. Und nach einer Stunde Fahrt fiel ich halbtot vor Erschöpfung vom Rad und schlief unter einem Gebüsch ein. Am nächsten Morgen war es eisig kalt. Und mit der Kälte kam die Angst. Ich hatte eine Führungskraft umgebracht, jetzt würde man mich überall suchen und hetzen. Und in meiner Panik wühlte ich mich immer tiefer und tiefer in den Wald und gegen Mittag fand ich einen verlassenen Luftschutzbunker. Die Tür war offen und in einer Ecke lag eine Maschinenpistole in Ölpapier gewickelt und eine Kiste Munition. Ich setzte die Waffe zusammen, Sie funktionierte und ich fühlte mich sofort wieder unbesiegbar. Ich beschloss, mich im Bunker einzurichten und mir gleich Vorräte zu beschaffen, um in der Illegalität überleben zu können.

Und noch am selben Tag knackte ich drei Banken. Ich zwängte mich jedes mal mit dem Fahrrad durch die Tür, drehte eine Runde im Schalterraum, feuerte mit der MP in die Decke, dass der Kalk nur so spritzte und schrie: “Ich bin der Rattenfänger von Hameln, wo sind hier die Mäuse!”

Und als ich auf diese Weise 100.000 Mark zusammen hatte ging ich noch schnell in Supermarkt einkaufen und erreichte dann auf Schleichwegen wieder meinen Bunker.

Ich blieb so lange unsichtbar, bis keine Zeitungsmeldungen über mich mehr erschienen, beschaffte mir dann so nach und nach alles was ich brauchte und verlebte ein paar sehr ruhige Monate. Ich pflanzte Hanf im Blumenpott, rauchte ab und zu einen Joint und schaukelte bei sonnigem Wetter in meiner Hängematte und hörte – die MP auf dem Bauch – die Hitparade im Kofferradio und war glücklich. Aber wie alle glücklichen Leute nach ‘ner Weile schon nahe am Verblöden. Und um dem entgegenzuwirken schrieb ich zentnerweise Leserbriefe und badete ab und zu in einem eingezäunten See, der in der Nähe lag und der dem Tankerkönig gehörte.

Eines Mittags also, ich saß da ganz ruhig mit meiner MP im Wasser, stand da plötzlich einer vor mir in Hemdsärmeln, grüner Schürze, Strohhut, Spaten über der Schulter und meinte, das wäre Privateigentum, wo wir denn hinkämen, wenn das alle machen würden? Ich sagte: "Ja, wenn das alle machen würden, dann wäre der Tankerkönig bald weg vom Fenster", mit Blick auf den See. Ich fragte, ob er es denn nötig hätte, als Gärtner für den Tankerkönig den Büttel zu machen. Meint der doch: "Ich bin nicht der Gärtner, ich bin der Tankerkönig!" Ich sagte: "Das ist doch nicht zu fassen: Den Gärtner entlassen, die Dahlien selber begießen und das Geld für Sie arbeiten lassen? Damit ist jetzt Schluss!"
Ich wollte sofort abdrücken, brachte es dann aber doch nicht fertig, und stattdessen zwang ich ihn, einen Joint zu rauchen, so groß wie'n Ofenrohr. Ich sagte: "So, und jetzt will ich mal sehen, wie Milliardäre so leben!" Wir gingen die paar hundert Meter zu seiner Villa, und als wir ankamen, war er schon so high wie'n Weltmeister. Er taumelte vor mir her, in eine riesige Diele auf eine erlesene Sitzecke zu, wo die Tankerkönigin saß und döste, so'n Hündchen im Arm mit blauer Schleife und rosa Arschloch, und sie murmelte, ohne die Augen zu öffnen: "Rudi, bist du's? Denk dir, Ari Onassis hat uns eingeladen, zur Safari!" Der Tankerkönig glotzte seine Frau erst an, als wenn er gar nichts begriffen hätte, fing dann an, um sie rum zu tanzen, und äffte ihre Stimme nach: "Mit Ari auf Safari!" Die Tankerkönigin riss die Augen auf, sah uns und flüchtete kreischend die Treppe rauf. Der Tankerkönig angelte sich die antike Streitaxt von der Wand, und Ari Safari hinterher. Ich dachte mir: "Das Schauspiel guckst du dir von draußen an!" Ich setzte mich in die Hollywoodschaukel, und da sah ich auch schon den Tankerkönig aus der Dachluke kriechen: Die blutige Axt in der Hand, breitete er die Arme aus, sprang, und landete - klatsch! - direkt vor meinen Füßen.

Ich ging erst mal zurück zum Bunker und legte mich schlafen. Am nächsten Morgen hörte ich dann die Nachrichten: Die halbe Welt stand Kopf. Es war von mir die Rede. Die Tankerkönigin hatte ausgesagt: Ihr Mann hatte mit seiner Axt nicht sie, sondern nur das Hündchen erschlagen, und man sprach von einer wirtschaftspolitischen Katastrophe, die der Tod des Tankerkönigs ausgelöst hätte. Und weiter hieß es, die gesamte Landespolizei und eine Bundeswehreinheit beteilige sich mit Suchhunden, Peilgeräten, Hubschraubern und Panzern an der Fahndung nach dem geisteskranken Mörder mit dem Kettenhemd und den Stulpenstiefeln.
Mir wurde ganz mulmig zumute, und ich verrammelte die Bunkertür hinter mir und traute mich wochenlang nicht mehr raus. Nach 'ner Weile fühlte ich mich so elend und einsam, dass ich schon anfing, mit mir selbst zu reden. Ich brauchte unbedingt einen Menschen, mit dem ich sprechen konnte, aber einen, der das mit dem Tankerkönig auch verstehen würde, und ich kannte keinen, aber dann hatte ich die Idee: Wenn schon kein Lebender da war, warum sollte ich dann nicht mit einem Toten reden? Also schlich ich mich gegen Mitternacht aus den Wald in den nächsten Ort. Ich kannte da ein Haus, in dem regelmäßig spiritistische Sitzungen stattfanden. Und ich hatte auch Glück, die Sitzung war schon in vollem Gange. Ich stieß die Tür mit dem Fuß auf, die MP in der Hand, und rief: "Nur keine Panik, meine Herrschaften, und Hände auf den Tisch!" Aber kaum hatten die die Hände auf der Platte, fing der Tisch an zu wackeln, hob sich wie von selbst und schwebte dann einen Meter überm Fußboden. Ich sagte: "Kinder, macht doch keinen Quatsch! Hände hoch übern Kopf!" Sofort flogen die Hände in die Luft, und der Tisch krachte wieder auf den Boden. Ich sagte: "So, wer von euch ist hier der Oberdruide? Macht mir mal 'ne Verbindung mit Che Guevara, ich will jetzt endlich mal mit einem vernünftigen Menschen reden!" Erst wussten die gar nicht so richtig, wen ich da meinte, gaben sich aber dann sehr viel Mühe, und endlich knackte es in der Leitung, und ich hörte Che Guevaras Stimme: "Was wollt ihr von mir?" Ich sagte, wer ich war und was ich angerichtet hatte, und dass ich einen Rat brauchte. Und die Stimme fragte mich etwas ärgerlich, was das denn sollte, und ob ich denn noch nie etwas von organisiertem Klassenkampf gehört hätte? Ich sagte, nee, hätt ich nicht. Die Stimme schwieg einen Augenblick und sprach dann wesentlich freundlicher und tröstender weiter: Ja, da wäre mir nur sehr schwer zu helfen, ich wäre krank, und ich sollte am besten mal zum Psychoanalytiker gehen.
Total deprimiert kroch ich zurück zum Bunker, als ich schon von weitem die Blechbüchsen klappern hörte, die an dem Alarmdraht hingen, den ich um mein Versteck gespannt hatte. Vor Schreck an allen Gliedern zitternd ging ich dann hin und sah einen VW da stehen mit einem nackten Pärchen auf dem Vordersitz: Die Stoßstange hatte sich in der Alarmleitung verhakt, so dass die Blechbüchsen unausgesetzt schepperten. Ich war so empört, dass ich dem Kerl die MP in den Rücken bohrte und ihn anschrie: "Sofort aufhörn! Das ist doch 'ne Schweinerei: Weit und breit die unberührteste Natur, und Sie machen hier solche Verrenkungen in ihrer stinkigen Kiste! Aber sofort raus in die Glockenblumen!" Der arme Mann jammerte mir die Ohren voll: "Warum haben Sie uns so erschreckt? Meine Bekannte hat 'nen Krampf, und jetzt hängen wir fest!" Das hatte mir grade noch gefehlt. Wir berieten erst mal 'ne Weile darüber, was wir da machen könnten, und dass es das Beste wäre, der Braut mit 'ner Nadel in den Schenkel zu stechen, so als Gegenschock, aber natürlich hatte keiner 'ne Nadel dabei. Mir dauerte das alles zu lange. Ich sagte: "Schluss jetzt! Wenn ihr die Nadel haben wollt, dann müsst schon ihr die hundert Meter bis zum Nähkästchen robben!" Die Operation gelang dann auch. Und erst als die beiden den Bunker wieder verlassen hatten, wusste ich, dass ich einen furchtbaren Fehler begangen hatte."

Mr. Green
_________________
Munterhalten!

aenz


Zuletzt bearbeitet von aenz am 05.03.2007 19:01, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 05.03.2007 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Yellow Laugh NEIN Boscho! Da versteht man ja noch was der singt. 8)
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Der Wickie

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